arbeitssuchend gemeldet

Mein letzter (Arbeits)Tag 😉

Hiermit beende ich mein offizielles Arbeitsleben. Eigentlich tu ich seit Ende September nichts mehr – Oktober hatte ich Urlaub – jetzt im November war ich arbeitssuchend gemeldet – und ab morgen bin ich in Rente. Und nein, ich habe keine Angst, dass ich an einem Pensionsschock sterbe. Schliesslich übe ich ja schon seit 2 Monaten 😉

Zur Thematik „arbeitssuchend gemeldet“ kann ich nicht nur aus eigener Erfahrung berichten, sondern aus unterschiedlichsten Blickwinkeln – einerseits als selbst Betroffene (nein, nicht das eine Monat, aber von früher) – und andererseits als jemand, der seit 1998 als Trainerin / Koordinatorin in AMS Maßnahmen tätig war.

Ich war in jeder Maßnahme, in der ich unterrichtet und/oder gecoacht hatte, grundsätzlich davon ausgegangen, dass die arbeitssuchend gemeldeten Personen auch wirklich Arbeit suchen. Bei manchen wars von Beginn an klar, dass sie es nicht tun:

  • Menschen im 60. oder 61. Lebensjahr, die schon einen Pensionsbescheid hatten (so wie ich jetzt 🙂 )
  • Menschen, die 35 oder 45 Jahre in der gleichen Firma gearbeitet hatten und dann mit weit über 50 ihren Job verloren

Mit denen hatte ich eigentlich auch immer abgeklärt, dass sie einfach den Rest der Truppe nicht stören sollten – und ich sie in Ruhe lassen würde.

Ich hab auch ein Jahr als Coach für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gearbeitet, bei denen ging es erst in zweiter Linie um einen Job. Da gings in erster Linie darum, sie überhaupt wieder fit zu machen, um darüber nach zu denken, ob sie (nochmals) ins Berufsleben einsteigen können. Hier waren die Thematiken:

  • Burnout
  • Arbeitsunfälle
  • schwere Erkrankungen

Wobei ich auch dazu sagen muss, nicht jedes diagnostizierte Burnout sollte als solches anerkannt werden, weil wenn wer eine Woche nach Krankheitsbeginn einen Tag der offenen Tür machen kann, der kann nicht wirklich ausgebrannt sein. Da vermute ich persönlich eher Unwilligkeit oder irgendwas in diese Richtung.

Liegt wahrscheinlich auch daran, dass mir eine selbsternannte Koryphäe auf dem Gebiet mal erklärte, dass, was ich damals hatte, wäre kein Burnout, weil hätte ich eins, würde ich darnieder liegen und nichts mehr auf die Reihe bekommen. Ja, ich hatte mich noch über die Runden gerettet – und wenn das schon keins war – dann sinds viele andere auch nicht.

Ich kenne einige Menschen, die wirklich eins haben – aber auch viele, die es als gute Ausrede nehmen, weil es nicht wirklich dezitiert festgestellt werden kann.

Doch zurück zu „arbeitssuchend gemeldet“ an sich. Nein, es tut nicht weh – meistens 😉

Aber auch hier gilt – vielleicht sogar mehr als überall anders – wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück,

Eins ist klar, wenn sich jemand arbeitssuchend meldet – und eine entsprechede Geldleistung beziehen will – dann muss sie/er auch bereit sein, irgendwas zu tun – um eine Arbeit zu finden – weil warum sonst würde man sich arbeitssuchend melden? Und wenn man dann fordernd aufs Amt kommt, wird man weniger Entgegenkommen spüren, als wenn man sich nicht wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt.

Ich selbst war einige Male arbeitssuchend gemeldet:

  • das erste Mal, als ich nach einem kurzen befristeten Dienstverhältnis nervlich am Sand war (für 4 Monate)
  • das zweite Mal als ich gekündigt wurde und mich danach selbständig machte (da hatte ich nach Ablauf des Anspruchs aufs Arbeitslosenentgeld aber auch keinen Anspruch auf Notstandshilfe)
  • das dritte Mal nach meiner letzten Scheidung und nach Ablauf des auf 1 Jahr befristeten Dienstverhältnisses (dauerte ca. 2 Jahre und da bekam ich dann auch Notstandshilfe)
  • danach immer wieder mal kurz zwischen merhreren befristeten Dienstverhältnissen

Ich hatte eigentlich nie Probleme mit meinen Betreuerinnen, aber ich hab auch ganz normal mit denen geredet – und ihnen jeweils alle Unterlagen gebracht, die sie haben wollten. Wenn ich da an mein Klientel der letzten Jahre denke, die gingen großteils davon aus, dass ihre AMS BeraterInnen ihre leibeigenen Angestellten seien – und haben diese entsprechend behandelt – und erhielten auch immer wieder ähnliche ReAktionen.

Wie schon erwähnt – es ist hier – wie auch überall sonst – wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück. Wenn man Menschen, egal auf welchen Ämtern und Behörden, mit dem Allerwertesten ins Gesicht springt, sollte man sich auch nicht wundern, wenn sie auf einen sch……

Ja – ich hatte auch mit Finanzamt und Gerichten zu tun – mit AMS und SMS (Sozialministerium Service = ehemals Bundessozialamt) – mit allen dort Beschäftigten kann man ganz normal kommunizieren – und bekommt auch entsprechende Infos, was man tun kann und soll – wenn man sich selbst nicht als Mittelpunkt des Universums sieht.

Das war mir ganz wichtig, es auch hier zu vermerken, weil es meine Einstellung zu Allem und Jeder und Jedem widerspiegelt. Nein, ich muss niemanden in den Popo kriechen – aber ich darf auch niemanden als solchen behandeln – dann werde ich letztendlich mehr bekommen, als wenn ich glaube, jeder Mensch sei nur dazu da, um meine Bedürfnisse zu befriedigen.

Doch auch noch ein paar weiterführende Fakten. Ich kenne nur die aktuelle Rechtslage in Österreich – die sich möglicherweise unter der aktuellen Regierung bald ändern wird.

  • Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Menschen, die eine bestimmte Anzahl von Monaten unselbständig beschäftigt – und natürlich auch angemeldet waren – oder während einer selbständigen Beschäftigung entsprechend eingezahlt haben, um Anspruch auf Arbeitslosenentgelt zu bekommen. Die Bezugsdauer richtet sich nach dem Alter und der Dauer der bisherigen Beschäftigungen – variiert von 20 Wochen bis zu einem Jahr (50+).
  • Notstandshilfe bekommen – unter gewissen Voraussetzungen – Menschen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld mehr haben. Darauf besteht kein Rechtsanspruch, sondern es ist eine Sozialleistung, an deren Erhalt gewisse Bedingungen geknüpft sind.
  • Wer keinen Anspruch auf Geldleistungen durch das AMS hat, kann eine bedarfsorientierte Mindestsicherung beantragen – diese ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich – mehr dazu siehe z.B. für NÖ ==> hier.
  • Einen umfassenden Überlick über Leistungen und Förderungen durch das AMS ==> hier.

Aktuell ist es so, dass man bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe geringfügig dazu verdienen darf. Bei der Mindestsicherung dürfte mans zwar auch, nur wird die Mindestsicherung über alles andere darüber gelegt und entsprechend angepasst.

Anders gesagt – wenn man Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bekommt, dann bekommt man die, den vollen Betrag, der ausgerechnet wurde – und man kann darüber hinaus noch bis zur Geringfügigkeitsgrenze dazu verdienen. Bei der Mindestsicherung werden alle Verdienste und Geldleistungen, die man erhält zusammengezählt – und darüber wird bis zur Mindestsicherungsgrenze mit Sozialleistung aufgestockt.

Trotzdem kann es gut sein, wenn man sich einen geringfügigen Job findet, weil, wenn man gut ist, kann das ev. zu einer Fix- und Vollzeiteinstellung führen.

Demnächst mehr über Vollzeit und Teilzeit und Geringfügigkeit – und auch über befristete Dienstverhältnisse – möglicherweise in einem meiner anderen Blogs, dann verlinke ich es hier.

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