EntTäuschung

Ende einer Täuschung – meist einer SelbstTäuschung – weil man in Etwas oder Jemanden etwas anderes hatte sehen wollen, als dessen Wirklichkeit und/oder Wahrheit ist.

Schlussfolgerung:
jede EntTäuschung sollte positiv gesehen werden,
weil sie die Chance auf einen Neubeginn beinhaltet
oder ein Umdenken initiiert.

Klingt jetzt wesentlich leichter, als es in Wirklichkeit ist. Ja, ich weiß. Natürlich wurde auch ich im Laufe meines Lebens immer und immer wieder ent.täuscht – die Frage ist aber wirklich:

  • was machen wir daraus?
  • wie gehen wir mit dieser EntTäuschung um?

Nein, es gibt nicht nur eine EntTäuschung – es gibt sie immer wieder – und jedes Mal stellen sich die gleichen Fragen – ergeben sich die gleichen Optionen:

  • Lassen wir uns dadurch unser Leben, unsere Hoffnung trüben?

oder

  • Sehen wir sie als Chance, um daran zu wachsen?

Du bist ent.täuscht? Du bist am Boden zerstört? Du glaubst, nie wieder glücklich werden zu können?

Glaub mir, das kann und darf sich wieder ändern – sobald du es dir zugestehst, dass eben jede EntTäuschung das Ende einer Täuschung ist – dass du durch jede EntTäuschung weiter wachsen und mehr zu dir selbst finden kannst – und darfst.

Wobei – wenn du immer und immer wieder ent.täuscht wirst – von anderen Menschen – wovon auch immer – schau mal, ob es da nicht ein Muster gibt – ein Muster, welches dir irgend etwas sagen möchte.

Bei mir waren es immer wieder „FreundInnen“ – aber auch „PartnerInnen“ – von denen ich zu viel erwartet hatte – für die ich mich verbogen hatte, um ihre Anforderungen an mich zu erfüllen – bei denen ich nie wirklich ICH war – sondern mich ihren Vorstellungen von mir angepasst hatte – und die dann letztendlich nicht mit mir konnten – so, wie ich nun mal bin.

Ich habe einfach vor einiger Zeit begonnen, dieses Muster zu unterbrechen – indem ich immer ICH bin – mich nicht mehr zurück nehme und mich anpasse, damit ich geliebt und/oder respektiert werde – und seit ich das mache, bin ich auch nicht mehr ent.täuscht worden. Ich erwarte nichts mehr und kann mich daher über Alles freuen, was zurück kommt.

Also ich hatte es im Privatbereich schon seit einiger Zeit so gehalten – im beruflichen Umfeld konte ich erst damit aufhören, als ich jetzt in Rente ging – da gabs dann noch eine EntTäuschung, die sich aber auch schon abgezeichnet hatte. Womit wir zu meinem anderen meiner Themen kommen:

Ich sah meine beruflichen KollegInnen grundsätzlich auch wie FreundInnen – gab einen grossen Vertrauensvorschuss – und erst, wenn sie mich nachhaltig ent.täuschten, arrangierte ich mich damit, dass es eben nur KollegInnen sind, mit denen ich einen bestimmten Job zu machen hatte. Dann wurde es nur blöd für sie, weil FreundInnen haben auch eine weit geringere fachliche Anspruchsschwelle als KollegInnen.

Konkret – wenn ich mit jemanden befreundet bin, dann interessiert mich nicht vorrangig, was sie beruflich können – sondern es steht für mich im Vordergrund, wie ich sie/ihn unterstützen kann. Ich sehe über Mängel im beruflichen Kontext hinweg und konzentriere mich darauf, was ich tun kann, um die andere Person zu unterstützen – in allen Belangen.

Nach der EntTäuschung kehrt sich das um – dann kommt der analytische Skorpion auf den Plan – der punktgenau die Schwächen seines Gegenübers mit Lupe und Pinzette erkennt – und auch sichtbar macht – und/oder – anspricht. Anders gesagt – wenn jemand das gleiche Geld verdienen will wie ich, hat sie/er auch die gleiche gewissenhafte Arbeit abzuliefern.

Ja, dann könnte ich zu einer „richtigen“ Chefin werden – wie es auch immer wieder festgestellt wurde – ich war keine „richtige“ Chefin, weil ich meine MitarbeiterInnen nicht auf jeden Fehler brutal aufmerksam gemacht hatte, sondern sie sanft forderte, um ihren Job bestmöglich zu erledigen – zumindest, bis gewisse Schmerzgrenzen überschritten wurden 😉

Das ist vorbei – ich werde nie wieder in einen unselbständigen Job dafür zuständig sein, gewisse Vorgaben zu erfüllen – ohne eine Chance zu haben, an den Zuständen etwas zu ver.ändern. Wenn ich wieder mal Chefin bin – dann in meiner Firma – und zu meinen Konditionen. Wer dabei dann nicht das hält, was sie/er im Vorfeld verspricht, sollte sich gleich gar nicht bei mir bewerben.

Du merkst den Unterschied, der einen Unterschied macht?

Das Anpassen, das Stillhalten waren bei mir erziehungsbedingt – die Harmoniesucht ist eine meiner Veranlagungen, die ich mittlerweile aber auch großteils in den Griff bekommen habe. Nein, ich kann sie nicht abstellen – ich kann mir nur immer wieder bewusst machen, dass es ist, wie es ist.  Ich werde immer harmoniesüchtig sein – aber ich kann es auch jedes Mal wieder aufs Neue in Frage stellen – ob es in der aktuellen Situation wirklich das Wichtigste für mich ist.

Und wenn ich erkenne, dass ich durch meine Haroniesucht meine Bedürfnisse verleugnen müsste, dan kann ich auch bewusst eine andere Wahl treffen. Meist ist die auch in irgend einer Form schmerzlich – für mich – manchmal auch für mein Gegenüber – aber ich hab einfach keine Lust mehr, mir mein Leben selbst zu vermiesen.

Ich bin es mir wert, nicht mehr nachhaltig ent.täuscht zu werden.

Wie geht es dir damit?


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