PsychoHygiene

Heute mal ganz ein anderes Thema – oder auch wieder nicht – weil für mich passt es zu den letzten dazu.

Frage – wie betreibst du PsychoHygiene?

Also was machst du, damit du dich nicht mit dem ganzen Schrott der Menschheit belastest?  Oder auch nur – mit dem deiner KundInnen – oder deinen KollegInnen?

Ich gebs zu, manchmal hab ich einfach darauf vergessen – und mich dann fallweise gewundert, warum es mir so ging, wie es mir ging – bis mir bewusst wurde, dass ich Dinge mit mir rum schleppe, die nichts mit mir zu tun haben.

Ein lieber Freund erklärte mir letztens – er hat da so nen Platz – auf dem Weg vom und zur Arbeit – wo er beim heimfahren den ganzen Müll hinkippt – mental – und wenn er wieder in den Job fährt, dann nimmt er ihn wieder mit.

Ich finde, das beschreibt das sehr gut, worum es geht – die Sorgen und Näte anderer Menschen nicht mit zu nehmen und sich dadurch selbst das Leben schwerer zu machen, als es sein müsste.

Es gibt viele Möglichkeiten – ich konnte vieles von dem, was ganzen Tag passierte – einfach in meinen Blogs aufarbeiten. Am Abend schrieb ich mir vieles von der Seele, was ich ansonsten ewig mit rum geschleppt hätte, hätte ich es nicht aufgeschrieben.

Für mich ist das Schreiben auch ne Art Ritual – alles, was irgendwo niedergeschrieben steht, brauch ich mir nicht zu merken – brauch ich nicht in meinem offenen Denken und Verstehen – weiterhin mit mir rum tragen.

Sollte ich irgendwann nachlesen wollen, werde ich die entsprechenden Beiträge finden – und wenn ich nie wieder daran erinnert werde – oder daran denke – ist es auch gut.

Es gibt auch die Möglichkeit von Coaching und Supervision, wobei ich mit Supervision noch nie wirklich gute Erfahrungen gemacht hatte. Weil ich persönlich bei niemanden „aufmache“, den ich noch nicht lange kenne – und zu dem ich entsprechendes Vertrauen habe.

Anders in meinen Blogs – da schreib ich anonym – ja, die Betroffenen könnten sich betroffen fühlen – tun sie meistens aber weniger wie andere, die mit den Geschichten gar nichts zu tun haben.

Ja, ist ein Phänomen, welches mich schon seit geraumer Zeit fasziniert – nicht die beschweren sich, über die ich schreibe – sondern deren RetterInnen – weil sie mich damit zur Täterin machen können – und dann ihr armes Opfer retten können/dürfen/müssen.

Und wieder sind wir beim Rettersyndrom – was zwar die echten HardCoreRetterInnen nie sehen können/wollen – aber der Rest der Menschheit.

Wie auch immer man kann auch immer Abends duschen und gezielt die ganzen Probleme anderer Personen von sich abwaschen – und dann durch den Abfluss verschwinden zusehen. Man kann es natürlich auch mit den eigenen – wenn das genügt – mir genügt es nicht – ich muss es irgendwo aufschreiben.

Oder auch

  • Putzen
  • Staub saugen
  • Ablage machen

All das können auch geeignete Mittel zu sein, um PsychoHygiene zu machen. Meditation ist es – für mich – nicht – weil da drehen sich die Gedanken nur im Kopf rum, aber sie gehen letzendlich nicht weg – ausser, man macht dann noch ein zusätzliches Ritual, wie sie aus dem Körper verschwinden.

Ja, war jetzt Absicht, es genau so zu schreiben, wie ichs schrieb, weil ich kann auch so los.lassen und die Dinge abgeben, die mich belasten – rituell – täglich – automatisch 😉

Ich könnte auch heimlich Tagebuch führen – doch so kann ich eventuell auch anderen Menschen Ideen mitgeben, wie sie ihre eigenen Themen auf- und abarbeiten können. Und wenn es auch nur ist, dass jemand mal nickt und meint, das kenn ich – und schwupps nicht mehr so allein mit ihrem/seinem Thema dasteht.

Nochmal zu meinen bisherigen SupervisorInnen – wie schon erwähnt, wenn wer kommt und sagt – ich bin jetzt dein/e SupervisorIn und ich helfe dir deine Probleme zu lösen – dann ist mir das zu wenig, um wirklich zu sagen, worum es – mir – geht.

Um das zu tun, gehe ich zu meinen Coaches – waren früher 3 NLP KollegInnen, die jeweils für einen gewissen Bereich genau das für mich taten, was ich brauchte – oder auch – die wussten, was ich brauchte – und mir die Fragen stellte, die mich wieder auf Spur brachten.

Ansonsten half mir immer – einfach Blog schreiben 😉

Dann gabs ne Zeit, wo mir das mehr oder weniger verboten wurde – und mir eine Supervisorin aufs Auge gedrückt wurde, die mich z.B. fragte, was ich zu tun gedenke, nachdem sich heraus stellte, dass ich gegenüber meinen Vorgesetzten verleumdet wurde.

Naja, töten durfte ich diese Person nicht – also was hätte ich tun sollen?

Hätte ich mich dafür entschuldigen sollen, dass ich lebe und atme und meine Arbeit machte?

Ich gestehe, fand ich jetzt nicht wirklich kompetent von der Frau Supervisorin, wenn die Betroffene Lösungsvorschläge liefern soll und der Mobber einfach da sitzt und meint – ja, ich habs getan – und ich steh dazu – würds wieder tun (und tats auch),

Wobei es ja am Witzigsten war, die Person, die sich damals maßlos echauffierte, als diese Intrige des einen Kollegen ans Tageslicht kam – hat ca. 2 Jahre später eine fast gleiche Intrige – und voraussichtlich auch aus ziemlich ähnlichen Motiven – gegen mich gestartet.

Doch zurück zur Psycho Hygiene.

Seit einiger Zeit begleitet mich meine Freundin und ihr Mann durch derartige Situationen – sie sind mir Coach und SupervisorIn in Einem. Bei ihnen kann ich fallweise ablästern – oder werde auch einfach mal nur in den Arm genommen, wenn ichs brauche.

Dann gibt es noch meine Jungs, die immer wieder Grund zur Freude sind. Mit ihnen Essen gehen – mit ihnen abhängen – mit ihnen feiern – mit ihnen ablästern – mit ihnen tiefsinnige Gespräche führen – egal was – aich sie gehören zu meinem Leben.

Und es gibt meine Tochter – das ist sowieso ganz witzig. Wir haben meist ziemlich ähnliche Themen – daher sind unsere Mädelsabende – früher waren es Mädelstage mit Masseurbesuch und danach legga Futtern – so spannend – weil wenn eine was erzählt, die andere zustimmend nickt.

Ich dachte, jetzt, da ich in Pension bin, wird sich das ändern – aber es funktioniert trotzdem noch immer. Mit ihr kommt auch das zum Tragen, was ich oben schrieb, warum ich öffentlich in Blogs schreibe – wir fühlen uns beide nicht so allein mit unseren Themen, wenn wir beide ähnliche haben.

Gute FreundInnen, die wirklich zuhören – und für mich da sind, sind irgendwie auch in Bezug auf PsychoHygiene ganz wichtig. Es kann natürlich auch ein/e PartnerIn sein, wenn man sowas hat. Wobei ich auch feststellen musste, dass meine Partner großteils nicht dafür geeignet waren – ganz im Gegenteil.

Mein Rat – schau, dass du Beides hast – gute FreundInnen, die dich wirklich unterstützen – und nicht noch extra runter ziehen – und auch Rituale, mit denen du deine Psyche immer wieder reinigen und befreien kannst.

Beitragsbild © Pixabay

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