Verzeihen und Vergessen

Mir geht grad der Spruch durch den Kopf:

Verzeihen & Vergessen?
Ich bin weder Jesus, noch hab ich Alzheimer! 

Ich auch nicht 😉

Wobei es in meinem Fall nicht um Jesus oder Alzheimer geht – sondern einfach darum, dass ich mir nicht anmasse, jemanden großkotzig etwas zu verzeihen.

Angenommen, jemand tut dir weh – was ist für dich stimmiger

  • Bitte verzeih mir

oder

  • Es tut mir leid

Für mich ist es eindeutig die zweite Aussage – weil, wenn mir jemand weh tut und mir dann auch noch zumuten will, dass ich ihr/ihm verzeihen soll, macht es das Geschehene nicht leichter. Wenn es dieser Person aber leid tut, dann ist das etwas, was mir etwas von der Schwere dessen nehmen kann, was sie/er getan hat.

Auf der anderen Seite gibt es da noch in meinem WeltBild die Annahme, dass jeder Mensch immer das Bestmögliche tut, was ihr/ihm möglich ist. Aus diesem Grund brauche ich auch niemanden etwas zu verzeihen, weil sie/er hat es nicht in böser Absicht getan – es sei denn, sie/er hats in böser Absicht getan.

Das andere ist das mit dem Vergessen – das kommt auf die Schwere dessen an, was mir angetan wurde – bzw. wie lange ich gebraucht habe, einen Grund zu finden, warum diese Person das getan hat, was sie mir angetan hat.

Da gabs die Intrige im Job – wo ein ehemaliger Kollege mich beim Auftraggeber als unnötig und unfähig hinstellte – und was mich beinah den Job gekoset hat. Nein, ich werde es nie vergessen – auch, wenn ichs mir von der Seele schreibe – aber ich brauch ihm letztendlich auch nicht zu vergeben – weil ich habe heraus gefunden, warum er getan hat, was er getan hat.

Es lag an zwei Aussagen einer ehemaligen Kollegin – ich sei keine „richtige“ Chefin – und – in der Zeit, in der ich länger krank war, habe sie alleine den Laden geschmissen. Beide Aussagen waren von ihr nicht böse gemeint – das mit der Chefin war nett gemeint – und das mit – alleine den Laden geschmissen – kam aus ihrem überzogenen Machtbedürfnis.

Aber er hatte es in seinem Sinne interpretiert – und zu seinen Gunsten uminterpretiert. Achja, hatte vorher schon einen Vorfall gegeben, der mich auf seinen psychopathischen Verfolgungswahn hätte aufmerksam machen müssen – aber da ich immer zuerst das Gute im Menschen sehe, wars letztendlich dann eben zu spät.

Also – selbst schuld – das erste Mal war ein Mail an meinen Vorgesetzten mit schnell nachweisbaren Lügen – worauf er dann meinte – er wollte sich nur beizeiten absichern, bevor ich etwas gegen ihn unternehmen würde.

Ein anderes Beispiel, welches ich nie vergessen werde – ist der Künstler, der mich seine CD-Präsentation hatte organisieren und vorfinanzieren lassen – um mir danach die Freundschaft zu kündigen – wobei er ja nie seine FreundInnen betrügen würde – naja, auf die Idee, einfach entfreundet zu werden – kam ich da leider auch nicht rechtzeitig genug.

Oder auch meine Mutter – sie war so, wie sie war – sie konnte auch nicht aus ihrer Haut – und mein Vater hatte einerseits keine Chance gegen sie – andererseits war ihm seine Freiheit wesentlich wichtiger als vieles andere.

Wenn ich es verstehe, warum jemand etwas ganz bestimmtes tut – oder eben auch nicht – dann brauche ich dieser Person auch nichts verzeihen – ist eigentlich ganz einfach. Aber vergessen kann ich es trotzdem nicht 😉

Beitragsbild © Pixabay


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