Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch besondere Bedürfnisse hat – aber es gibt eben jene, die etwas mehr dieser besonderen Bedürfnisse haben. Viele von ihnen haben körperliche Gebrechen, die es ihnen schwer machen, ganz normal in der Wirtschaft tätig zu werden.

Manche haben auch psychische Probleme – oder eben eingeschränkte psychische Fähigkeiten wie zum Beispiel Autismus. Aber gibt auch Menschen, die theoretisch sehr intelligent sind, in der Schule immer gute Noten haben und bei allen Tests mit den meisten Punkten abschneiden – aber praktisch nichts auf die Reihe bekommen.

Meine persönliche Erfahrung aus mehreren Jahren intensiver Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist, dass viele Menschen mit besonderen Bedürfnissen oftmals mehr Arbeitsmoral und Arbeitswillen haben als solche, die keinen definierten Grad der Behinderung haben.

Sie können eben nicht so, wie sie gerne wollen würden. Solche Menschen können – mit etwas Unterstützung – doch noch in den Arbeitsmarkt integriert werden – und diese sind meist auch sehr dankbar dafür – und bringen sich dort, wo sie gebraucht und wertgeschätzt werden – oftmals auch weit mehr ein als „nomale“ Menschen.

Dies trifft allerdings selten bis nie auf Menschen zu, die zwar besondere Bdürfnisse haben, die es aber nie ausleben durften – deren Eltern sich dagegen wehrten, dass ihre Kinder ev. besondere Bedürfnisse haben könnten.

Da ist es oftmals schwer, den Betroffenen irgendwie weiter zu helfen. Ich werde nie den Jungen vergessen, der 1 oder 2 Jahre älter ist als ich – und dessen Mutter ihn für etwas Besonderes hielt – er sei so intelligent und würde irgendwo CEO werden.

In Wirklichkeit hatte er den Spitznamen „Hans guck in die Luft“ – weil er zwar intelligent war – solange es um auswendig lernen – und das auswendig Gelernte wieder runter beten – ging. Nicht nur bei ihm fehlte aber die Möglichkeit, das Gelernte auch praktisch umzusetzen und anzuwenden.

Der Junge damals hatte es echt schwer – die Mama drängte ihn in kaufmännische Berufe – er wurde von einem Büro ins nächste gesteckt – überall flog er binnen kürzester Zeit wieder raus, weil er sich nichts von dem merkte, was er praktisch machen sollte.

Ich habe in den letzten Jahre viele solcher armer Menschen getroffen, die mit einer Einstufung irgendwo in einem geschützten Bereich freudvoll leben und arbeiten könnten – dies aber nicht dürfen, weil es die Eltern nicht abkönnen, dass sie eben ein Kind mit besonderen Bedürfnissen haben.

Auf der anderen Seite gibt es auch Eltern, die ihre Kinder schon sehr früh einstufen lassen, damit sie in der Sonderschule mehr Privilegien, wie Sonderförderung bekommen – und dann ist da eben auch noch die erhöhte Familienbeihilfe – die meist nicht die Kinder einstreifen – sondern deren Eltern.

Nein, ich kenne nicht nur einen Fall, wo ein Elternteil jeden Job des Kindes vereitelte, weil es in jeder geschützten Einrichtung weit weniger verdienen würde, als die Eltern ohne Job an Familienbeihilfe bekommen.

Ja, es gibt immer unterschiedliche Zugänge zu dieser Thematik – in all den erwähnten Fällen sind die Kinder die Armen, weil sie kein glückliches Leben führen dürfen – auf der einen Seite werden sie überfordert – auf der anderen unterfordert und unterdrückt.

Es ist schade, weil eine festgestellt Behinderung könnte für die Betroffenen viel Gutes bringen – steuerliche Vergünstigungen – und auch geschützte Arbeitsplätze, in denen sie sich einbringen und verwirklichen könn(t)en – wenn man sie lassen würde.

Und es ist Bullshit, dass Behinderte keinen „normalen“ Job finden können. Da gibt es leider nocht den weit verbreiteter Irrtum vieler Arbeitgeber, dass man Behinderte nicht kündigen kann.

Fakt ist, dass „begünstigt Behinderte“ einen höheren Kündigungsschutz haben  – aber die haben trotzdem auch die normalen Probezeiten – und wenn es wirklich nicht mehr geht, gibts auch die Möglichkeit, sich einvernehmlich zu trennen.

„Normale“ Behinderte sind arbeitstechnisch wie alle anderen Arbeitnehmer, bekommen aber oftmals auch Förderungen von AMS oder sonstigen Stellen, um ganz normal in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden zu können.

Und für Menschen, die wirklich nicht am 1. Arbeitsmarkt Fuß fassen können, gibt es geschützte Arbeitsplätze, wie zum Beispiel:

Karl Ryker Dorf in Sollenau – dort können Menschen mit besonderen Bedürfnissen entweder nur in den Werkstätten tätig sein – oder auch dort untergebracht werden, wenn sie nicht mobil sind.

Theater am Steg in Baden und Familiencafe Java in St. Pölten – dies sind Qualifizierungsprojekte, in welchen Menschen mit besonderen Bedürfnissen geschult werden, um praktische Erfahrungen im Gastrobereich zu bekommen.

Behinderten Integration Ternitz – auch hier können Menschen mit bsonderen Bedürfnissen sowohl Leben, als auch „nur“ arbeiten.

Wohnen und Tagesstätte Bad Erlach

Dies nur als einige wenige Beispiele, die in meiner näheren Umgebung zu finden sind. Solche Einrichtungen gibt es an unterschiedlichsten Standorten – mehr Infos unter:

Wenn du dich von diesem meinem Beitrag angesprochen fühlst, scheue dich nicht, entsprechende Stellen auf zu suchen, damit dir weiter geholfen werden kann.

Beitragsbild © Pixabay


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